Wetter trifft Klima – das Jahr 2018 im Zeichen der #Trockenheit

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und der Deutsche Wetterdienst haben für Sachsen – wie jedes Jahr – eine sehr profunde Zusammenschau auf die Witterung des vergangenen Jahres inkl. einer klimatologischen Einordnung vorgestellt. Dominierendes Thema war natürlich die Trockenheit.

Die wichtigesten Kernaussagen finden sich komprimiert in zwei Leitvorträgen des LfULG bzw. des DWD. Für Sachsen war das Jahr 2018 (gegenüber dem Zeitraum 1961/1990) beispielsweise 2,2 K zu warm und hatte 33 % zu wenig Niederschlag.

Im dem genannten Bericht gibt es auch umfassende gewässerkundliche Ausführungen, wie die folgenden Beispiele belegen. Eine Lektüre des Berichts sei Interessierten also unbedingt empfohlen.

Anteil sächsischer Pegel im Niedrigwasser (Wasserführung unterhalb MNQ(Jahr) zum Stichtag Dienstag der dargestellten Wochen) von Mitte Mai 2018 bis Anfang Januar 2019; zwischenzeitliche Rückgänge der Betroffenheit sind durch Niederschlagsereignisse verursacht (Quelle: LfULG-Bericht).

Im Folgenden sind einige Durchfluss-Klimatologien für ausgewählte Pegel dargestellt (Quelle und weitere Erläuterungen: siehe LfULG-Bericht):

Die Auswirkungen der Trockenheit 2018 sind immer noch zu spüren. So ist beispielsweise für schwere Böden mit größeren Mächtigkeiten (wie in Nordsachsen) nach wie vor ein beträchtliches Bodenwasserdefizit zu verzeichnen. Auch ist die allgemeine Tendenz der Grundwasserstände bestenfalls (auf niedrigem Niveau) stagnierend. Das Niederschlagsdargebot der nächsten Monate wird daher entscheidend für den weiteren Verlauf in 2019 sein.

Wichtige Punkte zur Einordung:

  • Trockenheiten gab es immer wieder und wird es auch zukünftig geben
  • Es gab in der (bekannten/jüngeren) Vergangenheit “schlimmere” Trockenheiten in Sachsen (z.B. 1976)
  • Trockenheit ist vor allem abhängig vom Niederschlagsdargebot/-defizit und zu einem geringeren Grad eine Funktion anderer Faktoren, wie Temperatur, Wind, Strahlung etc.
  • Auf Basis einschlägiger Klimaprojektionen ist derzeit nicht sicher zu sagen, wie zukünftig das mittlere Niederschlagsdargebot in Sachsen aussehen mag; die meisten Klimamodelle tendieren hier eher in Richtung Zunahme des mittleren jährlichen Dargebots
  • Generell können aus Einzelereignissen keine klimatologisch belastbaren Informationen abgeleitet werden
  • Auf Einzeleireignisse bezogene Aussagen wie “Die Trockenheit 2018 ist eine Folge des Klimawandels” sind daher nicht zulässig

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