Quo vadis, #Niedrigwasser?

An den meisten Pegeln in Deutschland bewegt sich die Wasserführung derzeit im Niedrigwasserbereich, an einigen unterhalb Mittelwasser und nur an ganz wenigen (äußerster Süden und Norden) oberhalb der Mittelwasserstände:

Aktuelle Niedrigwasserlage in Deutschland am 11.09.2020 (via http://www.pegelportal.de/niedrigwasser/)

An dieser Situation wird sich so schnell nicht durchgreifend etwas ändern. Schaut man sich die 10-d-Niederschlagsvorhersage des ECMWF an, so ist dort nicht viel an Regen zu sehen:

Akkumulierte Niederschlagsmenge Zeitraum 11.09.2020, 00 Uhr UTC bis 21.09.2020, 00 Uhr UTC (+10 Tage) des ECMWF (Quelle der Abbildung: https://kachelmannwetter.com/de/modellkarten/euro/deutschland/akkumulierter-niederschlag/20200921-0000z.html)

Mit Blick auf Sachsen bedeutet das, dass sich an der ausgeprägten Niedrigwassersituation zunächst nichts grundlegend ändern wird, bzw., dass sie sich in den nächsten Tagen eher wieder etwas vertiefen wird.

Aktuelle Niedrigwasserlage in Sachsen per 11.09.2020 (Quelle: https://www.wasser.sachsen.de/niedrigwasser-15753.html)

Im Vergleich zu den ausgesprochenen Niedrigwasserjahren 2018 und 2019, nimmt sich 2020 denn auch nur etwas milder aus:

Entwicklung des Anteils niedrigwasserführender Messstellen in Sachsen (Quelle: https://www.wasser.sachsen.de/niedrigwasser-15753.html)

Obschon 2020 bisher ein geringeres Niederschlagsdefizit als 2019 und vor allem als 2018 auweist (was man hier gut nachvollziehen kann), wirken die Jahre 2018 und 2019 gewissermaßen noch nach; durch das große angehäufte Niederschlagsdefizit kam es zu einer stark reduzierten Grundwasserneubildung und damit zu nach wie vor fallenden Grundwasserständen.

Da im Trockenwetter der Durchfluss ganz maßgeblich aus dem Grundwasser gespeist wird („Basisabfluss“), bedeuten fallende Grundwasserstände immer auch eine zurückgehende Wasserführung in den Fließgewässern.

Ergiebige Niederschläge sorgen bei dieser Gemengelage nur kurzfristig für Entspannung. So wirken sich heute, circa 10 Tage später, die hohen Regenmengen in Sachsen von Ende August (teilweise fielen in 24 Stunden mehr als 80 Liter auf den Quadratmeter – siehe Hydrologischer Wochenbericht des Landesumweltamtes) nun kaum noch lindernd auf die Niedrigwasserlage aus. Der Regen ist sprichwörtlich vom Boden wie von einem Schwamm „aufgesogen“ worden.

Und so wird es auch ersteinmal weitergehen, wenigestens für die kommenden ~10 Tage…

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